Fracer Island

Da man die Insel nur mit allradangetriebenen Fahrzeugen befahren darf und wir leider keines hatten, entschieden wir uns für einen Tagesausflug mit einem ansässigen Veranstalter. Und genau das können wir auf keinen Fall empfehlen. Warum? Hier ein kleiner Auszug aus unserem Tagebuch:

Ein Schandfleck in dieser Geschichte.

Mit einem „schnuggeligen“ Doppeldeckerbus wurden wir und eine Menge andere Gäste eingesammelt und zur Fähre gekarrt, die uns rüber brachte.

Mit einer Horde Touristen bestiegen wir im Gänsemarsch den allradangetriebenen Geländebus. Kaum angeschnallt, ging’s auch schon los. Bei dem Tempo, das der Fahrer eingeschlagen hatte, kam einem sofort der Spielfilm Speed in Erinnerung. Darf der Bus nicht langsamer fahren??? Nach einem 45 minütigen Höllenritt über die sandigen und hügeligen Wege erreichten wir den ersten Stopp. Schnell pinkeln, kaum fertig, ging’s auch schon weiter und zwar auf dem Strand.

Plötzlich ein japanisches Wrack in Sicht. Vollbremsung, aus Angst es könnte gleich vollends absaufen, schnell anderthalb Fotos gemacht und nix wie weg, bevor der Sog uns mitreißen kann.

Weiter mit Vollgas bis zu einem Sandhaufen. Notfall????? Bus wurde evakuiert, doch – Fehlalarm, alle wieder einsteigen. Vor lauter Hektik hätten wir fast vergessen ein Foto zu machen.

Jetzt ging’s die ganze Strecke am Strand wieder zurück. Das Wrack war immer noch da. Dann große Pause, Mittagessen, hat sogar zum runterschlucken gereicht. Gott sei Dank war der Motor noch warm, so konnten wir gleich wieder richtig losheizen.

Zur Central Station. Kurzer Walkout dann noch schnell zum See bevor er austrocknet und ab zur Fähre, bevor die ohne uns losfährt

Dieser Auszug aus unserem Tagebuch soll kein Vorwurf gegen den Veranstalter und schon gar nicht gegen den Fahrer sein. Er hätte seinen Job, in der ihm zur Verfügung stehenden Zeit, nicht besser machen können.

Diese Insel ist so schön, dass man sich einfach viel Zeit nehmen sollte. Wir dienen hier nur als abschreckendes Beispiel, wie so ein Tag mit einem Touribomber aussieht.

Jetzt aber noch ein paar Infos:

1993 wurde die 120 mal 15 km große Insel als Weltkulturerbe verzeichnet. Die größte Sandinsel der Welt – Einzigartig. Fahrzeuge ohne Allradantrieb sind hier nicht zugelassen. Selbst mit denen ist das Vorwärtskommen zum Teil recht abenteuerlich. Der 75 Mile Beach dient mehr oder weniger als Autobahn, da es keine präparierten Straßen auf der Insel gibt. Über die Jahre hat sich hier ein vollständiger Regenwald gebildet.

Neben der schönen Vegetation ist Fracer Island auch noch bekannt für seine Tierwelt. So hat der Dingo hier seinen Ursprung und man kann ihn in freier Wildbahn sehen, wie auch Wildpferde und viele einzigartige Vögel.

Das Schwimmen im pazifischen Ozean, von dem die Insel umgeben ist, ist wegen Strömungen und Haien absolut ungeeignet. Dafür erfreuen sich die etwa 80 Seen auf der Insel größter Beliebtheit.

Im Jahr 1935 wurde das japanische Passagierschiff Maheno während eines Unwetters an die Ostküste von Fracer Island gespült. Längst ist es als Schrotthaufen zu einem markanten Punkt der Insel geworden.